
Statement von Alex Engel zum Auftritt am 02.10.2026 im Münchner Kindl an der Playa de Palma
Alex Engel sagte: „Die Terrasse komplett voll, drinnen kein Platz mehr und selbst draußen auf der Straße stehen die Menschen. Eine dieser Nächte, für die man als Künstler auf die Bühne geht. Musik, gute Laune, gemeinsam feiern. Ich bin mitten in meinem Programm. Nach meinen eigenen Songs „Eine Nacht in Spanien“ und „Wir wollen Malle zurück“ kommt „Am Strand von Maspalomas“. Wie schon unzählige Male halte ich bei der „Olé“-Stelle einem Gast das Mikrofon hin. Was dann passiert, habe ich in all den Jahren auf der Bühne noch nie erlebt. Statt „Olé“ brüllt der Gast „Sieg Heil“ in mein Mikrofon. Ich singe zunächst noch einige Sekunden weiter. Nicht, weil ich es akzeptiere, sondern weil ich im ersten Moment selbst realisieren muss, was gerade passiert ist.
Dann ist für mich klar: Hier ist eine Grenze überschritten, das geht so nicht. Ich unterbreche den Auftritt, sage dem Gast mit, vor Erregung über das soeben gesagte leicht zitternder aber bestimmter Stimme, dass ich solche Nazi-Parolen nicht akzeptiere. Er muss das Lokal sofort verlassen. Weitere Diskussion? Nein! Schluss, raus mit ihm und fertig! Warum? Man kann unterschiedliche politische Ansichten haben. Man kann diskutieren, streiten und völlig unterschiedlicher Meinung sein. Aber es gibt Grenzen! Und für mich ist eine solche in Deutschland sogar unter Strafe stehende Nazi-Parole definitiv eine solche Grenze. Der Gast hat das Lokal schließlich verlassen. Das Publikum hat meine Entscheidung dankenswerter Weise mit großem Applaus unterstützt. Ich habe nach kurzer Unterbrechung weitergesungen, die Party ging weiter, die Stimmung wurde wieder gut. Aber mich persönlich hat dieser Moment trotzdem getroffen und beschäftigt mich immer noch. Mich beschäftigt, wie geschichtsvergessen ein Mensch sein kann, um so etwas öffentlich in ein Mikrofon zu brüllen. Und mich beschäftigt die richtige Reaktion darauf. Denn klar, ich bin nur Entertainer. Ich stehe auf der Bühne, um Menschen zum Lachen zu bringen, mit ihnen zu feiern und ihnen einen schönen Abend zu bereiten. Ich möchte eigentlich keine politischen Statements von der Bühne aus abgeben. Aber Haltung zu zeigen, wenn eine Grenze überschritten wird, gehört für mich dazu. Gerade hier auf Mallorca kommen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen, um gemeinsam eine riesige Party zu feiern. Egal welchen Job Du hast, egal wo Du herkommst, egal wen Du liebst – hier beim gemeinsamen Feiern sind wir alle gleich. Dafür stehen wir, dafür steht Mallorca. Nazi-Parolen gehören nicht dazu, dürfen niemals dazu gehören. Bei aller politischen Zerstrittenheit in Deutschland sollte das der kleinste gemeinsame Nenner sein, auf den wir uns einigen können. Wann immer so etwas passiert, muss klar dagegen Stellung bezogen werden. Auch wenn es dann vielleicht ungemütlich wird. Es gibt keinen Platz für Nazi-Parolen! Nicht einen Millimeter breit – und erst recht nicht in mein Mikrofon“.
Text: Bastian Krösche
Bildquelle: Matias Marin Schaschke

