
Die 78. Frankfurter Buchmesse 2026 (vom 7. bis 11. Oktober) zeigt auch in diesem Jahr ihre herausragende Anziehungskraft und Bedeutung, mit mehr als 4000 Ausstellern aus mehr als 130 Ländern. Und es ist üblich, dass man aus den einzelnen Ländern die Vielfalt des Landes in Belletristik, Kultur oder auch Politik zeigt.
Auffällig, bemerkenswert und auch besonders erwähnenswert dabei die Präsentation Aserbaidschans, das zudem die besonderen Beziehungen zu Deutschland und den Deutschen, gewissermaßen das deutsche Erbe herausstellt.
Denn die Geschichte der Deutschen in Aserbaidschan reicht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Es waren überwiegend schwäbische Bauern und Handwerker aus Württemberg, die nach Aserbaidschan auswanderten und sich vornehmlich mit Weinbau, Landwirtschaft und Handwerk befassten. So erinnert die Deutsche Botschaft in Baku daran, dass 1818 die erste Kolonie Helenendorf (heute Göygöl) gegründet wurde. Die zweite deutsche Kolonie Annenfeld (heute Shamkir) wurde etwa 40 km entfernt von Helenendorf gegründet und begann sich genauso erfolgreich zu entwickeln wie die deutsche Schwesterstadt. Eine Reihe weiterer Neu– und Ausgründungen folgte. Weiter heißt es, zu besonderer Produktivität hätten es die Deutschen im Bereich des Weinanbaus und der Kelterei gebracht. Die Weinreben und der Wein aus den Kolonien hätten sich bald in ganz Aserbaidschan hoher Beliebtheit erfreut.

Unter den von Aserbaidschan präsentierten Büchern befindet sich dementsprechend auch der großzügige Bildband „Deutsche Spuren in Aserbaidschan“ des bekannten Fotografen Etibar Jafarov, publiziert auf Initiative und mit Unterstützung der Botschaft Aserbaidschans in Deutschland. Und im Vorwort des Buches unterstreicht Aserbaidschans Botschafter in Berlin, Seine Exzellenz Herr Nasimi Aghayev, dass das geschichtliche Zusammenleben der Deutschen in Aserbaidschan in Frieden und Harmonie ein bemerkenswertes Beispiel für interkulturelle und interreligiöse Harmonie sei, zugleich ein Ausdruck von gegenseitigem Respekt und Toleranz in Aserbaidschan. Die Deutschen in Aserbaidschan hätten wertvolle Spuren in der Architektur, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur hinterlassen.

Der Erneuerung des bilateralen kulturellen Austauschs dienen auch die am Stand Aserbaidschans präsentierten Übersetzungen von Literatur des Landes in die deutsche Sprache, publiziert beispielsweise durch den Frankfurter Verlag H. J. Maurer. Hier finden sich beispielsweise „Der hohe Wert der Menschlichkeit“ (Kurzgeschichten aus Aserbaidschan von Mir Dschälal), „Das Geheimnis“ (Geschichten und Erzählungen aus Aserbaidschan, von Sieglinde Hartmann und Vilayet Hajiyev) oder auch „Leila und Madschnun“ (von Nizami).

Besetzt ist der Stand Aserbaidschans mit einem engagierten Team, den Besuchern all diese Literatur zu erläutern. Und der hohe Stellenwert, den Aserbaidschan dem beimisst wird vor allem auch deutlich durch die Anwesenheit von Herrn Elgün Niftali, Direktor des angesehenen und beliebten Aserbaidschanischen Kulturzentrums in der Klingelhöferstraße in Berlin-Tiergarten. In fließendem Deutsch führte und führt Herr Niftali die zahlreichen Interessenten immer wieder in den Reichtum der aserbaidschanischen Literatur ein.
Text/Foto: RRB

