Nicolai Tegeler und sein „Jedermann“

Michaela Schaffrath (li.) als Werke und Alma Rehberg als Glaube (Berlin 2024) Foto: © Matthias Klopp

Nicolai Tegeler bringt mit seiner Firma der I LIKE STORIES „Jedermann“ 2026 in sechs Städte mit einem hochkarätigen Ensemble, das bekannt aus Film und Fernsehen ist. 

Nicolai Tegeler (Foto: Frank Pfuhl)

Unsere Leserinnen und Leser kennen Nicolai Tegeler bereits aus zahlreichen Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen, wie zum Beispiel grad aktuell im Estrel Festival Center aus „Rock around the Clock“. Der Schauspieler, Regisseur und Produzent steht seit vielen Jahren vor der Kamera und auf der Bühne und hat sich mit seiner Produktionsfirma „I LIKE STORIES GmbH“ zugleich als Kulturunternehmer einen Namen gemacht.

Bernhard Bettermann (Teufel)(Weimar 2025) Foto: © Matthias Klopp

Aktuell widmet er sich wieder einem Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt: Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“. Mit einer hochkarätig besetzten Inszenierung geht das Theaterereignis 2026 auf große Tournee durch Deutschland und Österreich. Wir sprachen mit Nicolai Tegeler.

HAUPTSTADTECHO: Herr Tegeler, womit beschäftigen Sie sich derzeit hauptsächlich?

Nicolai Tegeler: „Im Moment dreht sich tatsächlich sehr vieles um unseren „Jedermann“. Ich führe Regie, produziere die Aufführungen und begleite das Projekt gemeinsam mit meinem Team inzwischen seit mehreren Jahren. Was ursprünglich als einzelne Produktion begann, hat sich mittlerweile zu einem echten Theaterereignis entwickelt“.

HAUPTSTADTECHO:  Warum gerade „Jedermann“?

Nicolai Tegeler: „Weil dieses Stück zeitlos ist. Es erzählt von Erfolg, Macht, Liebe, Verantwortung, Vergänglichkeit und der Frage, was am Ende eines Lebens wirklich zählt. Das sind Themen, die jeden Menschen betreffen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Religion. Deshalb berührt das Stück die Menschen heute genauso wie vor hundert Jahren“.

HAUPTSTADTECHO: Wo wird „Jedermann“ in diesem Jahr zu sehen sein?

Nicolai Tegeler: „Wir spielen 2026 in insgesamt sechs Städten. Den Auftakt macht Bremen auf der wunderschönen Seebühne. Danach folgen die Aufführungen in Weimar, Coburg, Graz, Bayreuth und – wenn die laufenden Planungen erfolgreich abgeschlossen werden – zum Jahresabschluss auch Dresden“.

Julian Weigend als Jedermann (Weimar 2025) Foto: © Matthias Klopp

HAUPTSTADTECHO: Weimar ist inzwischen ein fester Bestandteil Ihrer Tournee?

Nicolai Tegeler: „Ja, und darüber freue ich mich besonders. Wir spielen dort bereits das dritte Jahr in Folge. In den vergangenen Jahren waren wir noch im Weimarhallenpark zu Gast, dieses Mal ziehen wir jedoch mitten ins Herz der Stadt auf den historischen Marktplatz, direkt vor dem Rathaus. Das verleiht dem Stück noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre.

Weimar ist für mich einer der bedeutendsten Kulturorte Deutschlands. Dort zu spielen, wo Goethe und Schiller gewirkt haben, hat natürlich eine ganz besondere Strahlkraft“.

HAUPTSTADTECHO: Sie haben für Weimar noch ein zusätzliches Highlight angekündigt?

Nicolai Tegeler: „Das stimmt. Es ist uns gelungen, Hans-Werner Olm für einen besonderen Abend zu gewinnen. Am 14. August wird er im Rahmen unseres Jedermann-Programms ein Konzert geben, bevor anschließend die Vorstellung beginnt. Darüber freue ich mich persönlich sehr, denn Hans-Werner Olm ist ein großartiger Künstler mit einer besonderen Verbindung zum Publikum“.

Julian Weigend (Jedermann) und Tine Wittler (Base)(Weimar 2025) Foto: © Matthias Klopp

HAUPTSTADTECHO: Welche weiteren Spielorte erwarten die Besucher?

Nicolai Tegeler: „Coburg wird auf dem Schlossplatz gespielt – ebenfalls eine beeindruckende Kulisse. In Graz sind wir in den historischen Kasematten zu Gast. Bayreuth ist für uns ebenfalls ein besonderer Ort, denn dort spielen wir bereits im dritten Jahr. Diesmal allerdings erstmals im neu errichteten Friedrichsforum, auf das wir sehr gespannt sind.

Und Dresden wäre natürlich ein wunderbarer Abschluss. Dort laufen derzeit die Planungen für Aufführungen im traditionsreichen Zirkus Sarrasani“.

Ralph Morgenstern (li.; Mammon) und Julian Weigend (Jedermann) (Weimar 2025) Foto: © Matthias Klopp

HAUPTSTADTECHO: Worin unterscheidet sich Ihre Inszenierung von anderen „Jedermann“-Produktionen?

Nicolai Tegeler: „Ich versuche, das Stück emotional, zugänglich und nahbar zu erzählen. Mir geht es nicht darum, ein Museum zu eröffnen oder eine historische Pflichtübung zu absolvieren. Ich möchte, dass die Zuschauer die Geschichte auf ihr eigenes Leben beziehen können.Deshalb arbeiten wir mit starken Bildern, viel Musik, einer modernen Erzählweise und einem Ensemble, das die Figuren mit großer Menschlichkeit und Leidenschaft verkörpert“.

HAUPTSTADTECHO: Was wünschen Sie sich für die kommende Spielzeit?

Nicolai Tegeler: „Natürlich wünsche ich mir viele Zuschauer. Vor allem aber wünsche ich mir, dass die Menschen berührt nach Hause gehen. Wenn sie nach der Vorstellung vielleicht einen Moment länger über ihr eigenes Leben nachdenken, über Familie, Freundschaft, Liebe oder Versöhnung, dann hat Theater genau das erreicht, was es erreichen sollte“.

 HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.

Nicolai Tegeler: „Sehr gerne“.

Infos & Tickets unter:

www.jedermann-theater.de 

Text: Volker Neef

Fotos: Frank Pfuhl; © Matthias Klopp

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