
Am 9. Oktober fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse erstmals eine Podiumsdiskussion zum Thema „Azerbaijani Literature Abroad“ („Aserbaidschanische Literatur im Ausland“) auf der Global Stage statt.
Unter der Moderation des Literaturübersetzers Anar Rahimov diskutierten Lala Mammadova, Leiterin des Referats für die Zusammenarbeit mit Bibliotheken und Verlagen im Kulturministerium der Republik Aserbaidschan, der Dichter und Literaturforscher Farid Hüseyn sowie die Schriftstellerin und Literaturagentin Khayala Murad. Thema war die Vermittlung aserbaidschanischer Literatur an ein internationales Publikum sowie ihre Veröffentlichung und Verbreitung im Ausland. Dabei wurden bedeutende Persönlichkeiten der aserbaidschanischen Literatur und die bisherigen Aktivitäten zur internationalen Bekanntmachung aserbaidschanischer Bücher vorgestellt.
Über die Veranstaltung und ihre Ziele sprachen wir mit Herrn Elgün Niftali, Leiter des Aserbaidschanischen Kulturzentrums in Berlin-Tiergarten.

Hauptstadtecho: Was können Sie uns über Ihre heutige Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse berichten?
Elgün Niftali: „Unter dem Titel ‚Azerbaijani Literature Abroad‘ haben wir heute auf der Frankfurter Buchmesse einem internationalen Publikum die Vielfalt und Entwicklung der aserbaidschanischen Literatur nähergebracht.
Im Mittelpunkt stand eine Reise durch unsere Literaturgeschichte – von ihren historischen Wurzeln über die großen Klassiker bis hin zur Gegenwartsliteratur. Dabei wurden auch aktuelle literarische Entwicklungen und Herausforderungen sowie die öffentliche Förderung von Literatur, das Verlagswesen und der internationale Buchvertrieb thematisiert“.
Hauptstadtecho: Wo bitte lag der Schwerpunkt der Veranstaltung?
Elgün Niftali: „Ein besonderes Augenmerk lag auf der Kinderliteratur. Es freut uns sehr, dass einige aserbaidschanische Kinderbuchautorinnen persönlich an der Veranstaltung teilgenommen und ihre Werke vorgestellt haben.
Darüber hinaus haben wir die 12. Internationale Buchmesse Baku vorgestellt, die vom 21. bis 25. Oktober in der aserbaidschanischen Hauptstadt stattfinden wird. Als größte Buchmesse im Südkaukasus ist sie eine bedeutende Plattform für den internationalen literarischen Austausch. In diesem Jahr steht die Kinderliteratur besonders im Mittelpunkt.
Unser Ziel ist es, die aserbaidschanische Literatur über die Landesgrenzen hinaus bekannter zu machen, neue Kontakte zu deutschen und internationalen Verlagen zu knüpfen und insbesondere Übersetzungen sowie die Verbreitung unserer Literatur im deutschsprachigen Raum zu fördern.

Hauptstadtecho: Welchen Stellenwert hat für Ihre Landsleute die Literatur?
Elgün Niftali: „Literatur ist für uns Aserbaidschaner weit mehr als das geschriebene Wort: Sie vermittelt kulturelle Identität, schafft gegenseitiges Verständnis und verbindet Menschen über sprachliche und geografische Grenzen hinweg“.
Hauptstadtecho: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Fotos: Kulturministerium der Republik Aserbaidschan; Frank Pfuhl


