Der Florentiner Hut: Die Oper ist wie eine Hutschachtel – man weiß nie, was man kriegt

Die vergangene Theatersaison an der Semperoper Dresden brachte unter anderem die Premiere von „Der Florentiner Hut“ mit überraschender schwarz-weiß-Optik. Doch nicht nur die Ausstattung macht dieses Werk zu einem besonderen Genuss für Opernfreunde.

Der Florentiner Hut
Der Florentiner Hut © Semperoper Dresden, Mark Schulze Steinen

Der Florentiner Hut in der Semperoper Dresden

Am 26. Mai dieses Jahres fand die Premiere der farsa musicale von Nino Rota in der Dresdner Semperoper statt. Nino Rota – bekannt vor allem als Komponist der Filmmusik zu „Der Pate“ und „La Dolce Vita“ – veröffentlichte das Werk mit dem italienischen Originaltitel „Il capello di paglia di Firenze“ 1955. Die inhaltliche Grundlage bildet das Lustspiel „Un chapeau de paille d’Italie“ von Eugène Labiche aus dem Jahr 1851.

Ein Strohhut sorgt für Chaos

Die Geschichte ist so einfach wie verwirrend: Fadinard und Elena wollen heiraten. Doch am Hochzeitstag frisst Fadinards Pferd den Strohhut einer Dame, die sich mit ihrem Liebhaber im Gebüsch vergnügt. Ohne den Hut traut sich die Dame jedoch nicht zurück zu ihrem eifersüchtigen Gatten, also muss Ersatz her. Leider ist gleichzeitig die gesamte Hochzeitsgesellschaft auf dem Weg zu Fadinard und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Die Suche nach einem Ersatz für den Hut wird zum Lauf gegen die Zeit, die Hochzeitsgesellschaft sorgt für reichlich Verwirrung und ein ausgesprochen amüsantes und temporeiches Verwechslungsspiel mit zahlreichen Überraschungen setzt sich in Gang.

Der Florentiner Hut
Der Florentiner Hut © Semperoper Dresden, Mark Schulze Steinen

Ein Augenschmaus auf der Semperopernbühne

Die Inszenierung von Bernd Mottl an der Semperoper ist dabei nicht nur ein Angriff auf die Lachmuskeln und dank der Musik von Nino Rota ein Schmankerl für die Ohren – wunderbar umgesetzt unter der musikalischen Leitung von Daniele Squeo – sondern auch ein echter Augenschmaus. Das Bühnenbild besteht aus einer großen drehbaren Plattform voller Hutschachteln in verschiedensten Größen und Formen. Jede der Hutschachteln verwandelt sich nach und nach in einen Schauplatz der Handlung und hält immer wieder Überraschungen bereit. Das Bühnenbild, für das Friedrich Eggert verantwortlich zeichnet, ist – ebenso wie die Kostüme von Alfred Mayerhofer – gänzlich in schwarz-weiß-Mustern gehalten und definitiv ein optisches Highlight. Hinzu kommt die enorme Spielfreude des gesamten Ensembles, allen voran Neven Crnić als gehörnter Ehemann, die das Stück zu einem unglaublichen Vergnügen für Publikum wie auch Mitwirkende macht. Selbst die Tatsache, dass die Aufführung in italienischer Originalsprache stattfindet mit deutschen und englischen Übertiteln, kann diesen Spaß nicht verderben.

Der Florentiner Hut
Der Florentiner Hut © Semperoper Dresden, Mark Schulze Steinen

In der Theatersaison 2026/27 finden weitere Vorstellungen statt. Diese Inszenierung muss man gesehen haben!

Text: Sabine Ulbrich | Fotos: © Semperoper Dresden, Mark Schulze Steinen

Mehr Infos zum Programm unter: www.semperoper.de

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