Mit einer echten sächsischen Rarität startet Schloss Wackerbarth in die Weinlese 2026: Der Goldriesling macht den Anfang. Warum die ursprünglich aus dem Elsass stammende Rebsorte heute ausgerechnet im Elbtal ihre Heimat hat und weshalb der aktuelle Jahrgang Hoffnung auf einen besonders guten Weinherbst macht, zeigt ein Blick in die Weinberge von Radebeul.

Mit einer echten sächsischen Besonderheit startet Schloss Wackerbarth in den neuen Weinjahrgang: Am 20. August hat in Radebeul die Weinlese 2026 begonnen. Als erste Trauben holen die Winzer den Goldriesling aus dem Weinberg „Paradies“ – eine Rebsorte, die deutschlandweit keine wirtschaftliche Rolle mehr spielt und die heute nur noch im sächsischen Elbtal in und um Meißen sowie im Großraum Radebeul angebaut wird. Dabei liegen ihre Ursprünge ganz woanders. Der Goldriesling wurde 1893 im Elsass neu gezüchtet und fand erst unmittelbar vor Beginn des ersten Weltkriegs 1913 seinen Weg nach Sachsen. Hier hat er eine neue Heimat gefunden und sich über die letzten 130 Jahre mit einer Rebfläche von rund 30ha zu einer regionalen Spezialität entwickelt.

Eine elsässische Rebe wird zur sächsischen Spezialität
Das vergleichsweise kühle Weinbauklima an der Elbe prägt seinen Charakter: Da die Sorte erst spät im Frühjahr austreibt und trotzdem schon früh geerntet werden kann, eignet sie sich besonders für Randlagen wie beim sächsischen Weinbau. So kann ihr der späte Frost, der oftmals noch im Februar und März im Elbtal anzutreffen ist, wenig anhaben. Im Glas zeigt sich der typische „Cool Climate“-Wein mit einem eleganten Aromenspiel.
Gute Aussichten für den neuen Jahrgang
Für das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth bildet die Goldriesling-Lese alljährlich den Auftakt zu einem vielversprechenden Herbst. Der warme und sonnenreiche Sommer 2026 erinnert Weinbauleiter Till Neumeister an die guten Weinjahre 2018 und 2019. Trotz Trockenheit und Hitze präsentieren sich die Trauben nach seinen Angaben derzeit gesund und in sehr gutem Zustand. Entscheidend bleiben jedoch die kommenden Wochen: Warme, nicht zu heiße Tage und kühle Nächte wären ideale Voraussetzungen, damit sich Aromen und die für Sachsen typische frische Stilistik weiter entwickeln können.
Vom Goldriesling zum Federweißen

Nach dem Goldriesling folgt in den nächsten Tagen in den ersten Septemberwochen die frühreife Sorte Solaris. Aus ihren Trauben entsteht traditionell der sächsische Federweiße und damit der erste Vorgeschmack auf den neuen Jahrgang. Probiert werden kann er unter anderem beim Federweißerfest auf Schloss Wackerbarth am 12. und 13. September. Der eigentliche Star zum Beginn der Lese aber bleibt der Goldriesling: eine Rebsorte mit elsässischen Wurzeln, die heute ausschließlich im sächsischen Elbtal ihre Heimat hat – ein echtes Stück sächsischer Weinkultur im Glas.
Text: Stephan Trutschler | Fotos: C.-I. Mokry / Schloss Wackerbarth / PR


