Mit der feierlichen Taufe des neuen Mehrzweckschiffs SCHARHÖRN am 20. April in Warnemünde stellt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) eines der modernsten Einsatzschiffe Europas in Dienst. Der Neubau ist Teil einer neuen Generation von Mehrzweckschiffen und wird künftig eine zentrale Rolle in der maritimen Notfallvorsorge auf Nord- und Ostsee übernehmen.
Gebaut wurde die SCHARHÖRN von der deutschen Traditionswerft Abeking & Rasmussen in Lemwerder. Der Neubau steht damit nicht nur für modernste Schiffstechnologie, sondern auch für die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit des deutschen Spezialschiffbaus.

Die SCHARHÖRN ist das erste von drei baugleichen Schiffen der neuen Generation, mit der der Bund seine Flotte für die maritime Notfallvorsorge schrittweise über die nächsten Jahre ersetzt. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit bei komplexen Schadenslagen auf See deutlich zu erhöhen und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz gerecht zu werden.
Technisch setzt der Neubau neue Maßstäbe in mehrfacher Hinsicht: Mit einer Länge von rund 105 Metern und einer Antriebsleistung von etwa 13 Megawatt verfügt die SCHARHÖRN über eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit als ihre Vorgänger. Der LNG-basierte Antrieb ermöglicht einen besonders emissionsarmen Betrieb und ist bereits für alternative, klimafreundliche Kraftstoffe wie synthetisches Methan ausgelegt. Die Motoren sind für den Gasschutzbetrieb zugelassen, so dass das Schiff auch in explosiver Atmosphäre operieren kann.

Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen zählen leistungsstarke Feuerlöschsysteme zur Bekämpfung von Schiffsbränden, umfangreiche Einrichtungen zur Aufnahme von Schadstoffen, spezielle Lade- und Tanksysteme für gefährliche Flüssigkeiten sowie ein Labor zur Probenanalyse. Ergänzt wird dies durch moderne Notschleppeinrichtungen mit hoher Zugkraft, die das Sichern havarierter Schiffe ermöglichen.
Erstmals verfügen die Mehrzweckschiffe des Bundes über ein Hubschrauberlandedeck. Ein medizinischer Versorgungsraum innerhalb der Zitadelle, einem durch Überdruck geschützten Bereich für Einsätze in gefährlicher Atmosphäre, erweitert das Einsatzspektrum zusätzlich. Damit ist die SCHARHÖRN optimal für komplexe und gefährliche Einsatzlagen auf See gerüstet.
Die Indienststellung des Neubaus stärkt die Fähigkeiten der Küstenwache erheblich und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschen, Umwelt und maritimer Infrastruktur.
Die neue SCHARHÖRN wird gemeinsam mit den weiteren Neubauten die maritime Sicherheitsarchitektur Deutschlands nachhaltig stärken. Das vorherige Mehrzweckschiff SCHARHÖRN wurde zwischenzeitlich außer Dienst gestellt und veräußert.
Text/Foto: Udo Horn


