Mit großem Personal und aufwändigem Bühnenbild bringt das Theater eine der erfolgreichsten Geschichten der französischen Literatur auf die Bühne. Das Musical von Frank Waldhorn mit Jannik Harneit in der Hauptrolle ist diesen Sommer in den Freilichtbühnen Zwickau und Plauen zu erleben.

Der Graf von Monte Christo: Ein Klassiker kehrt als Musical zurück
Der französische Schriftsteller Alexandre Dumas brachte ab 1844 „Der Graf von Monte Christo“ als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Le Journal des débats“ heraus. Noch während weitere Teile des Romans entstanden, erschienen die ersten Nachdrucke. Bis heute erfreut sich die Geschichte über Verrat und Vergeltung weltweit großer Beliebtheit, was zahlreiche Film- und Bühnenadaptionen eindrucksvoll belegen. 2009 reihte sich das Musical von Frank Wildhorn in die Vielzahl der Adaptionen ein, die Uraufführung fand am Theater St. Gallen statt.
Im Sommer 2026 hat sich nun das Theater Plauen-Zwickau dieser Vorlage angenommen und zeigte das Musical im Juni im Parktheater Plauen und plant eine zweite Phase vom 28. bis 30. August in der Freilichtbühne Zwickau. Worauf kann sich das Publikum freuen? Wie üblich bei den Sommerstücken des Theaters zunächst auf ein sehr opulentes Bühnenbild, das ohne große Umbauten der gesamten Geschichte wunderbar als Kulisse dient. Verantwortlich dafür zeichnet Christopher Melching, ebenso wie für die wunderbar detaillierten und historisch angelehnten Kostüme.
Große Musik und ein starkes Ensemble
Weiterhin freuen darf man sich auf die emotionale und intensive Musik von Frank Wildhorn mit großem Orchester, meisterhaft ausgeführt durch die Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau, die sich an beiden Orten hinter der Bühne „verstecken“ und jede einzelne Note live vertonen.
Darüber hinaus auf ein großartiges Ensemble, angeführt durch Jannik Harneit als Edmond Dantes und Christina Maria Gass als Mercédès, die sowohl die zarten, gefühlvollen Balladen als auch die harten, eher rockigen Lieder, die Verrat, Hass und Rachsucht thematisieren, meistern und das Publikum emotional auf die wankende Reise zwischen Liebe, Vergeltung und Versöhnung mitnehmen. So fiebert das Publikum mit dem Schicksal von Edmond Dantes alias Graf von Monte Christo mit, obwohl die Geschichte den meisten vertraut sein sollte. Und wird dafür mit einem leicht veränderten Finale belohnt, denn diese Version folgt inhaltlich nicht vollständig der literarischen Vorlage. So wurde vor allem aus Zeitgründen der Inhalt auf Schlüsselfiguren und -szenen gerafft, der teils sehr komplexe Racheplan der Buchvorlage wesentlich vereinfacht und dadurch verständlicher dargebracht.
Theatererlebnis unter besonderen Bedingungen
Ergänzt wird das Ensemble durch Mitglieder des Opernchores, das Ballett des Theaters und zahlreiche Statisten, so dass zum Schlussapplaus die große Bühne kaum ausreicht, um alle Mitwirkenden aufzunehmen. Besondere Anerkennung verdienen alle von ihnen, einerseits für eine mitreißende Aufführung und ein überragendes Theatererlebnis, andererseits für ihren Einsatz, denn bei diesen heißen Juni-Tagen mit Temperaturen teils um die 40 Grad ist es keine Selbstverständlichkeit, dass alle Vorstellungen vollständig durchgeführt wurden und alle auf und hinter der Bühne ihr Bestes gegeben haben, um dem Publikum, das schon allein vom Zuschauen ins Schwitzen gekommen ist, eine grandiose Show zu bieten. Tausend Dank an dieser Stelle und eine klare Empfehlung, sich die Inszenierung in Zwickau anzusehen! Noch gibt es Karten.
Weitere Infos: www.theater-plauen-zwickau.de/spielplan.php
Text: Sabine Ulbrich | Fotos: André Leischner


