Zamora setzt konsequent auf entschleunigten Tourismus entlang des Duero

Zamora entwickelt sich zunehmend zu einem Reiseziel für Gäste, die Landschaft, Kultur und regionale Kulinarik bewusst erleben möchten. Die westspanische Provinz an der Grenze zu Portugal setzt dabei besonders auf nachhaltige und entschleunigte Reiseangebote entlang des Duero.

Beim „MedienTreff 2026“ am 22. Juli stellten neben Christoph Strieder, Stadtrat für Tourismus der Stadt Zamora, sowie offizielle Vertreter der spanischen Botschaft und Touristiker der autonomen spanischen Region Kastilien-León Provinz die touristischen Highlights der Region vor.  Unterstützt wurden sie dabei durch Prof. Dr. Rulf Treidel von der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld, der mit aktuellen Zahlen die touristischen Entwicklungsmöglichkeiten der Region vor.

v.l.n.r.: Claudia Miguel/ Direktorin des portugiesischen Fremdenverkehrsamtes, Rainer Schilling/ Visit Zamora, Alvaro Blanco Volmer / Direktor des spanischen Fremdenverkehrsamtes, Prof. Dr. Rulf Treidel /Management im Tourismus FH des Mittelstandes, Bielefeld, Sandra Lorenz /PR & Media Relations Manager Dach/ Visit Portugal, Christoph Strieder/ Stadtrat für Tourismus und Stadtentwicklung Zamora, Alberto Bosque/ Tourism Board Castilla | Foto: Frank Pfuhl)
v.l.n.r.: Claudia Miguel/ Direktorin des portugiesischen Fremdenverkehrsamtes, Rainer Schilling/ Visit Zamora, Alvaro Blanco Volmer / Direktor des spanischen Fremdenverkehrsamtes, Prof. Dr. Rulf Treidel /Management im Tourismus FH des Mittelstandes, Bielefeld, Sandra Lorenz /PR & Media Relations Manager Dach/ Visit Portugal, Christoph Strieder/ Stadtrat für Tourismus und Stadtentwicklung Zamora, Alberto Bosque/ Tourism Board Castilla | Foto: Frank Pfuhl

Kulturelles Erbe, Weinlandschaften und Naturerlebnisse pushen die spanische Region als Reiseziel

Gästezahlen wachsen kontinuierlich

Nach den präsentierten Angaben ist die Zahl der touristischen Ankünfte in Zamora von rund 120.000 im Jahr 2024 auf etwa 145.000 im Jahr 2025 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 20,8 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Übernachtungen von ungefähr 250.000 auf rund 300.000. „Für 2026 wird mit knapp 149.000 Ankünften und etwa 310.000 Übernachtungen gerechnet,“ so Prof. Treidel.

Auch die Herkunft der Gäste wird internationaler. Während der spanische Markt weiterhin den größten Anteil stellt, steigt insbesondere die Bedeutung Portugals sowie der europäischen Auslandsmärkte. Nach den beim MedienTreff vorgestellten Schätzungen entfallen 2026 rund 50 Prozent der Ankünfte auf spanische Gäste und 20 Prozent auf Portugal. Weitere wichtige Märkte sind in erster Linie Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Duero als touristische Lebensader

Die Entwicklung knüpft an die besondere Lage der Provinz an. Der Duero durchquert Zamora von Osten nach Westen und verbindet historische Städte, Weinregionen, ländliche Räume und eindrucksvolle Naturlandschaften. Die offizielle Tourismusorganisation der Provinz führt die Duero-Route von der historischen Stadt Toro über Zamora bis in den westlichen Grenzraum zu Portugal. Toro ist dabei nicht nur für sein mittelalterliches Stadtbild, sondern auch für seine überwiegend Rotweine mit geschützter Herkunftsbezeichnung bekannt.

Slow Tourism zwischen Wein und Pilgerwegen

Im Mittelpunkt der weiteren touristischen Entwicklung stehen Angebote des sogenannten Slow Tourism. Dazu gehört die „Ruta del Vino de Zamora“, die Weingüter, Verkostungen, Landschaftserlebnisse und regionale Gastronomie miteinander verbindet. Die Provinz verfügt mit Toro, Arribes, Tierra del Vino de Zamora und Valles de Benavente über mehrere geschützte Weinherkünfte. In den Arribes wachsen die Reben teilweise auf traditionellen Terrassen an den Hängen des Duero.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vía de la Plata. Die historische Nord-Süd-Verbindung ist zugleich eine Route des Jakobswegs und kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder abschnittsweise zu Pferd bereist werden. Künftig sollen Übernachtungen in Klöstern, regionale Angebote und weitere entschleunigte Reisebausteine stärker mit dem Pilgertourismus verbunden werden. Die Stadt Zamora bewirbt die Route bereits als Verbindung von Natur, Geschichte und spirituellem Reisen.

Ergänzt werden diese Angebote durch geführte Sternenbeobachtungen und sogenannte Astro-Routen. Die dünn besiedelten Landschaften der Provinz bieten vielerorts gute Bedingungen für den Blick in den Nachthimmel. Dies führte dazu, dass sich in den letzten Jahren ein sogenannter „Astro-Tourismus“ entwickelte, der alljährlich tausende Sternenforscher in die Region lockt. Auch kulinarische Veranstaltungen werden gezielt als Reiseanlass genutzt. Vom 17. bis 20. September 2026 findet in Zamora erneut die internationale Käsemesse „Fromago Cheese Experience“ statt.

Zamora, Arribes del Duero und Queso Zamorano

Die Provinzhauptstadt Zamora bildet einen kulturellen Ausgangspunkt für Reisen durch das Duero-Tal. Mehr als 20 romanische Kirchen verteilen sich über die Stadt. Hinzu kommen die Kathedrale, die mittelalterlichen Mauern, das Castillo, historische Brücken, Wassermühlen am Fluss und ein bemerkenswertes Ensemble modernistischer Architektur. Die Altstadt steht als historisch-künstlerisches Ensemble unter Schutz.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Duero weiter westlich im Naturpark Arribes del Duero. Dort hat sich der Fluss tief in die Landschaft eingeschnitten. Die Felswände der Schluchten erreichen an zahlreichen Stellen Höhen von mehr als 200 Metern. Wanderwege, Aussichtspunkte und Bootsfahrten ermöglichen unterschiedliche Perspektiven auf die Flusslandschaft, ihre Tierwelt und ihre mediterran geprägte Vegetation.

Wein und Käse gehören ebenfalls fest zum touristischen Profil. Neben den Weinen der vier Anbaugebiete ist der geschützte „Queso Zamorano“ eine der bekanntesten Spezialitäten der Provinz. Kleine Käsereien, Weingüter und regionale Produzenten bieten damit gute Voraussetzungen, Genussreisen enger mit Kultur-, Wander- und Naturangeboten zu verbinden.

Gute Erreichbarkeit aus Spanien und Portugal

Zamora ist über Madrid gut erreichbar. Mehrere Fernzüge verbinden die spanische Hauptstadt mit Zamora. Die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung etwa eine Stunde und 20 Minuten. Vom Bahnhof bestehen Anschlüsse in das Stadtzentrum und in die Region. Mit dem Auto führt die Anreise von Madrid über die A-6 und die A-11. Über diese Verkehrsachsen ist Zamora zugleich mit Valladolid, Nordspanien und weiteren Teilen der Iberischen Halbinsel verbunden. „Es gibt allerdings auch sehr gute Anbindungen an die portugiesischen Flughäfen in Lissabon und Porto. Diese bieten ebenfalls eine gute Ausgangsbasis für Entdeckungsreisen entlang des Douro, wie der Fluss in Portugal heißt,“ erläutert Sandra Lorenz vom Portuguese National Tourist Office.

Internationale Gäste können unter anderem über die spanischen Flughäfen Madrid-Barajas oder Valladolid anreisen und die Fahrt anschließend mit Bahn, Mietwagen oder Bus fortsetzen. Für Reisen in die ländlichen Gebiete, zu Weingütern und in den Naturpark Arribes del Duero empfiehlt sich ein Mietwagen.

Weitere Informationen bieten die offiziellen Tourismusseiten der Provinz Zamora und der Stadt Zamora. Für Portugal eignet sich die Website www.visitportugal.com.

Konkrete Informationen zur Käsemesse sind auf der Website der Fromago Cheese Experience erhältlich.

Tourismus-Webseite von Zamora:
www.visit-zamora.de
www.spain.info/de/reiseziel/zamora
turismo-zamora.com (spanisch)

Tourismus-Webseite von Portugal
www.visitportugal.com/de

Infos zur Fromago Cheese Experience
fromago.info (spanisch)

Text: Stephan Trutschler | Fotos: Frank Pfuhl

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