Die unendliche Geschichte: Phantásien liegt in Dresden-Übigau

Die neue Inszenierung der Comödie Dresden nimmt das Publikum mit auf eine fantastische Reise und ermutigt, mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen. Mit „Die unendliche Geschichte“ schafft das Theater ein neues Erfolgsstück für die ganze Familie.

Die unendliche Geschichte. Foto: Robert Jentzsch
Joachim Stehle als Atréju mit seinem Pferd Artax in „Die unendliche Geschichte“. | Foto: Robert Jentzsch

Aktueller denn je: Die Comödie Dresden erzählt „Die unendliche Geschichte“ nach

Michael Endes Roman „Die unendliche Geschichte“ ist mittlerweile 47 Jahre alt. Nur fünf Jahre nach dem Buch erschien die erste Verfilmung unter der Regie von Wolfgang Petersen – die bis dahin teuerste deutsche Nachkriegsproduktion. Der Film wurde ein Hit ebenso wie das von Limahl gesungene Titellied. Dass der Film nur einen Teil des Buches behandelt und zwei Fortsetzungen (1990 und 1994) gedreht wurden, wissen nur wenige.

Nun also hat die Comödie Dresden diesen Stoff für das Sommertheater im Schloss Übigau ausgewählt. Und greift dabei auf die Bearbeitung von Moritz Seibert zurück, die 2017 am jungen Theater Bonn erstmals aufgeführt wurde. Inhaltlich folgt die Handlung dabei dem Buch, rafft jedoch die Erzählung und geht nur auf Schlüsselszenen und -figuren ein. Und auch dies ist noch schwer genug umzusetzen. Sprechen wir hier doch von einer Reise durch eine Fantasiewelt mit verschiedensten Orten und Wesen, manche klitzeklein, andere riesengroß, mit Riesenschildkröten, Steinbeißern und fliegenden Glücksdrachen. Das alles galt es auf die Bühne zu bringen – und zwar ganz ohne die übliche Bühnentechnik an einer Schlossruine im Freien. Und dies ist Ausstatterin Ella Späte, die bereits bei „Santa Maria“ mit der Comödie ein Stück für Schloss Übigau entwickelte, hervorragend gelungen. Mit teils unglaublich einfachen Mitteln – aber auch mit einigen wunderbar ausgeführten, detailverliebten Kostümen – gelingt es ihr, die Welten und Wesen Phantásiens zum Leben zu erwecken. 

Dresdner Jungschauspieler Philipp Rahn als Bastian Balthasar Bux in "Die unendliche Geschichte". Foto: Robert Jentzsch
Dresdner Jungschauspieler Philipp Rahn (r.) als Bastian Balthasar Bux in „Die unendliche Geschichte“. Foto: Robert Jentzsch

In der Rolle des Bastian Balthasar Bux glänzt der Dresdner Jungschauspieler Philipp Rahn in seiner ersten Hauptrolle. An seiner Seite kämpft sich Joachim Stehle als Atréju durch alle Abenteuer. Beide übernehmen abwechselnd den Part des Erzählers. Alle anderen Figuren werden von insgesamt nur fünf Darstellern teils mit Hilfe von Puppen übernommen. Sie schlüpfen immer wieder in neue Rollen und verleihen diesen ganz unterschiedliche Charaktere, und das, obwohl das Kostüm teils nur aus einem Stück blanker Folie besteht. Selbst der Glücksdrache Fuchur und Atréjus Pferd Artax werden nur von einem Schauspieler dargestellt. Für die Riesenschildkröte Morla hat sich Ausstatterin Ella Späte einen ganz besonderen Trick einfallen lassen.

Geschichte mit Botschaft für jedes Alter

Und die Botschaft? Die ist nach 47 Jahren aktueller denn je. Denn wenn die Menschen nicht Lesen und ihre Fantasie nicht einsetzen, dann breitet sich das Nichts aus. Geschichten brauchen Leser, und Leser brauchen Geschichten. Dann kann auch Phantásien weiterleben und der Glücksdrache Fuchur kann weiter durch die Weiten der Welt fliegen. Geeignet für alle Altersgruppen, die gern staunen und ihre Fantasie benutzen. Und im Sommer eine richtig schöne Geschichte sehen wollen. Auch wenn sie in diesem Fall nach zwei Stunden und fünfzehn Minuten zu Ende ist. 

www.comoedie-dresden.de/produktion/die-unendliche-geschichte

Text: Sabine Ulbrich
Fotos: Robert Jentzsch / Comödie Dresden / PR

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