„Walpurga – Das Musical“ bringt den Hexentanzplatz zum Beben

Ein Musical – geschrieben für einen Ort. Ein Theater hoch über dem Bodetal. Eine Legende so alt wie unsere Zivilisation. „Walpurga – Das Musical“ vereint lokale Mythen, eine einzigartige Naturkulisse und die modernen Möglichkeiten des Theaters zu einem einzigartigen Erlebnis. 

Walpurga – Das Musical  | Foto: Marko Heiroth
Walpurga – Das Musical | Foto: Marko Heiroth

Walpurga – Das Musical vereint Mythos, Magie und Musical

Nicht erst seit dem Erfolg von „Harry Potter“ weiß die Welt, dass Hexen und Zauberer nicht per se böse sind. Sie entscheiden sich durch ihre Taten und Absichten für die eine oder andere Seite. Früher war das jedoch anders. Die Hexen in unseren Märchenbüchern verkörperten stets das Böse, hatten häufig nicht einmal einen Namen und sie zu töten war eine Heldentat. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurden tausende Frauen (und auch Männer) aufgrund des Vorwurfs der Hexerei verurteilt und hingerichtet.

Irgendwann in dieser düsteren Zeit spielt das Musical „Walpurga“, das 2025 seine Uraufführung im Harzer Bergtheater Thale feierte. Der Inhalt ist zahlreichen Mythen und Legenden um Hexen, die Walpurgisnacht und den über Thale befindlichen Hexentanzplatz entnommen und zu einer Geschichte um Gut und Böse, Richtig und Falsch verwoben.

Große Stimmen und starke Inszenierung

Diesen Sommer steht das Stück mit leichten Änderungen in der Besetzung erneut auf dem Spielplan. Regie führt Ronny Große, der ebenfalls Intendant des Harzer Bergtheaters Thale und Ensembleleiter des Theaters „Fairytale“ Thale ist und mit der Rolle des Hexenjägers gleichzeitig auch eine der Hauptrollen übernimmt. Buch und Musik stammen von Enrico Scheffler, der sich auf Märchenmusicals spezialisiert hat und als Leiter des Theaters in der Grünen Zitadelle Magdeburg in Sachsen-Anhalt verwurzelt ist.

Neben Ronny Große sind nationale und internationale Musicaldarsteller auf der Bühne zu sehen, darunter die deutsche Musical-Legende Angelika Milster als ranghöchste Hexe Annerose Malifix. Das hervorragend gecastete Ensemble mit großen Stimmen (Olivia-Patrizia Kunze in der Titelrolle, Julia Heiser als Watelinde oder Filip Joakim Torndal Sevemar als Alanus, um nur einige zu nennen) wird personell unterstützt durch ein großartiges Tanzensemble. Ein an sich recht schlichtes Bühnenbild wird komplettiert durch wundervolle digitale Hintergrundbilder, eindrucksvolle Licht- und Pyroeffekte sowie den Einsatz echter Tiere. Die Naturbühne selbst bietet mehrere Schauplätze für das Bühnengeschehen, so dass man auf allen Plätzen mindestens zeitweise ganz nah dran ist.

Das Harzer Bergtheater als Erlebnisort

Im Vorfeld der Uraufführung erfolgte eine dreijährige Generalüberholung der Naturbühne, in deren Zuge nicht nur die Bühnentechnik verbessert, sondern auch die Anzahl der Sitzplätze auf 1.900 erhöht wurde. Zu den oberen Reihen sei jedoch gesagt, dass diese nur für Menschen ohne Höhenangst zu empfehlen sind. Da das Theater an den Hang gebaut ist und von oben betreten wird, geht der Blick von den oberen Rängen weit hinunter ins Tal – eine wunderbare Aussicht für alle, die kein Problem mit Höhe haben. Alle anderen sollten besser eine Sitzreihe weiter unten wählen, wo das Bühnenbild den Ausblick versperrt.

Auch ringsherum wurde viel investiert. Moderne Toilettenanlagen und zahlreiche Versorgungsstände sorgen für kurze Schlangen trotz der hohen Besucherzahlen. Die Anfahrt zum Theater ist über die Thale-Seilbahn möglich (diese ist jedoch nur bis 18 Uhr in Betrieb) oder bequem per Auto – ausreichend Parkplätze stehen zur Verfügung. Wer schon etwas eher kommen möchte, findet im benachbarten Hexendorf am Hexentanzplatz zahlreiche Möglichkeiten zum Zeitvertreib.

Für das kommende Jahr wurde die Fortsetzung der Geschichte angekündigt – ein guter Grund, noch in diesem Jahr Teil 1 zu erleben (bis 12. September gibt es Aufführungen) und im nächsten wiederzukehren.

Weitere Infos: www.walpurga-das-musical.de

Text: Sabine Ulbrich | Foto: Marko Heiroth

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